Essig – Genuss- und Heilmittel seit Jahrtausenden

Man fand Gefäße mit Spuren von Essig die man zeitlich um 6000 v. Chr. einordnet. Auch die alten Griechen, die Römer (Essigwasser „Poca“), die Babylonier (Dattelessig), die Phönizier („Shekar“) und die Ägypter (Getreideessig „Hequa“) wussten bereits, was es mit dem Essig auf sich hat. Ob als rein kulinarischer Genuss, als Konservierungsmittel, als Durstlöscher, Immunstärker, als Heilmittel gegen Schmerzen und Fieber oder als Schönheitsmittel – Essig wird bereits seit Jahrtausenden für verschiedenste Anwendungsmöglichkeiten geschätzt.

Viele Größen der Geschichte waren von der Heilwirkung des Essigs überzeugt

Der Römische Kaiser Tiberius (14 v. Chr. – 37 n. Chr.) war ein wahrhafter Essigliebhaber – er ließ ein zehnbändiges Buch über die Anwendungsmöglichkeiten des Essigs verfassen. Die römischen Legionäre tranken „Posca“ – ein Gemisch aus Wasser und Essig – um sich für Ihre Feldzüge kräftig und gesund zu halten.

Hippokrates (berühmter griechischer Arzt 460-375 v. Chr.) stellte die These auf, dass der regelmäßige Genuss von Essig die Abwehrkräfte des Köpers stärkt und die Heilungsprozesse beschleunigt. In den Büchern der Klosterfrau Hildegard von Bingen (1098-1179) wird das Heilmittel Essig als besonders wirksam bei Verdauungsstörungen beschrieben. Auch Kneipp beschäftigte sich mit Essig als Heilmittel.

Die größte Nachfrage nach Essig gab es im 13. Jahrhundert. Besonders begehrt waren Apfelessig und Weinessig. Man veredelte den Essig mit Gewürzen, Kräutern und Obst und eigene Händler, die „Essigträger“, wanderten mit den Essig-Fässern von Haus zu Haus.

Essig – Desinfektionsmittel gegen Pesterreger

Als die Pest im Mittelalter wütete, trugen die Ärzte als Schutz vor Ansteckung ein in Essig getränktes Riechbällchen mit sich. Essig war das wichtigste Desinfektionsmittel gegen Pesterreger bis ins 18. Jahrhundert. Viele Ärzte und Wissenschaftler untersuchten die Wirkung von Essig. Trotzdem geriet die medizinische Bedeutung von Essig in Vergessenheit.

Sir Alexander Fleming (1881-1955) entdeckte das Antibiotikum Penicillin, und der Essig wurde als Desinfektionsmittel von neuen chemischen Desinfektionsmitteln abgelöst.

Natürliche Heil- und Genussmittel erleben eine Renaissance

In der traditionellen Volksheilkunde hat der Essig allerdings nie an Bedeutung verloren. Die Heilanwendungsmöglichkeiten wurden mündlich von einer Generation an die nächste überliefert. Der Zeitgeist bringt heute ein starke Nachfrage an echten Lebensmitteln und Alternativen zur Schulmedizin mit sich. Natürliche Heil- und Genussmittel erfreuen sich zunehmender Beliebtheit und erleben eine Renaissance. Zunehmend ist im Handel „naturtrüber Essig oder Bio-Essig“ zu finden. Doch wer Essig als Heilmittel verwenden möchte, sollte auf bestimmte Merkmale achten.

Was man über Essig wissen sollte

Nur naturbelassener, also unpasteurisierter Essig enthält die gesundheitsfördernden Mikroorganismen, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente! Im Handel bekommt man vorwiegend pasteurisierte, destillierte und gefilterte Essige. Synthetischer Essig (aus Acetaldehyd = Erdölprodukt) und Industrieessige (Branntweinessige) aus der Getreide- oder Zuckerverarbeitung sind für die natürliche Heilmittelanwendung nicht geeignet.

Ich verwende für meine AlmSinn-Produkte, wie den AlmSinn-Sauerhonig, ausschließlich  unpasteurisierten – also nicht erhitzten, sondern naturbelassenen Essig von Direktvermarktern aus der unmittelbaren Region, sowie unpasteurisierten Essig der Bio-Marke Demeter vom Naturkostladen.